Schmerztherapie

Schmerztherapie

Die Erkenntnis, dass chronische Schmerzen einen eigenen Krankheitswert haben, führte bereits in den 1940er Jahren in den USA dazu, dass die erste Schmerzklinik gegründet wurde. In Deutschland wurden jedoch erst in den 1970er Jahren schmerztherapeutische Einrichtungen eingerichtet, wobei die erste Schmerzklinik an der Universität Mainz war.

Die ersten Schmerzpraxen, die auch von der Krankenkasse anerkannt wurden, eröffneten 1982 in Frankfurt am Main. Chronische Schmerzen können sich über einen unabsehbaren Zeitraum hinweg erstrecken. Für diese Schmerzen gibt es viele ursächliche und anhaltende Faktoren, die sich im somatischen, psychischen und sozialen Bereich befinden oder zumindest vermuten lassen. So muss eine Behandlung nicht nur die Behebung der Ursache sondern auch eine Linderung und Beseitigung der Folgen berücksichtigen.

Neben den organischen und darauf folgenden psychosozialen Veränderungen wird auch das gesamte Leben des Patienten in die Therapie mit einbezogen. Die Behandlung solcher Schmerzen erfolgt durch die Pharmakotherapie und physiotherapeutische Maßnahmen. In der Pharmakotherapie werden Opiate und Nicht-Opiat-Analegetika mit Co-Analgetika verwendet, die durch die Beseitigung der Noxe die Schmerzen aufheben. Anwendung finden hierbei Kortison, Spasmolytika und Nitrate aber auch weitere Medikamente, die in der Anästhesie eingesetzt werden, wie z.B. Lidocain, Mepivacain und Bupivacain, die die Entstehung bzw. die Weiterleitung eines elektrischen Impulses hemmen. Mit steigender Konzentration des Lokalanästhetikums können die vegetativen, die sensiblen und die motorischen Nerven blockiert werden. Zur Überbrückung von kurzen aber sehr schmerzhaften Zuständen wird der Patient auch unter Vollnarkose gesetzt, dem sog. künstlichen Koma.

Bei den physiotherapeutischen Maßnahmen werden sensible Nerven der Haut behandelt. So werden hier beispielsweise warme Umschläge auf die Bauchhaut gelegt, um so eine Entspannung des Darms herbeizuführen. Den sensiblen Nerven sind innere Organe zugeordnet (Headsche Zonen), sodass bei Schmerzen an inneren Organen auch Schmerzen in der zugeordneten Zone auftreten können. Bestimmte Massagetechniken wie die Reflexzonenmassage nehmen Einfluss auf die zugeordneten inneren Organe. Eine Massage fördert die Durchblutung und führt so zu einer Entspannung der Muskulatur und zu einer Linderung der Schmerzen. Zudem führt eine vermehrte Durchblutung dazu, dass die Substanzen, die bei einem Gewebeschaden die Schmerzen auslösen, schneller abtransportiert werden.

Zum Einreiben werden oft auch ätherische Öle eingesetzt, da diese durchblutungsfördernd, muskelentspannend und schmerzlindernd wirken. Eine weitere Maßnahme ist die Thermotherapie, die Elektrotherapie und auch die bekannte Akupunktur.